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Zusammenfassung der ESG-Risikoanalyse

Ziel, Zeitpunkt und Ablauf der ESG-Risikoanalyse sowie Bedeutung von ESG-Score, Fortschritt und Risikostatus.

Überblick

Ziel, Zeitpunkt und Ablauf der ESG-Risikoanalyse in der Tacto App sowie ESG-Score, Analysefortschritt und Risikostatus im Überblick. Relevant für alle, die die Risikoanalyse nach dem LkSG verantworten oder durchführen. Den Ablauf in den Tabellenansichten zeigt der Artikel Prozessübersicht der ESG-Risikoanalyse.

Hinweis: Bewertungsvorlagen, Score-Formeln, Score-Grenzen, Status-Werte und Tabellenansichten werden pro Kunde konfiguriert. Dieser Artikel beschreibt die Standard-Konfiguration von Tacto – Ihre Konfiguration kann abweichen.

Ziel der Risikoanalyse

Die Risikoanalyse ist die Grundlage eines angemessenen und wirksamen Risikomanagements. Unternehmen müssen in ihren Lieferketten menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in angemessener Weise beachten. Ziel ist es, diesen Risiken vorzubeugen, sie zu minimieren oder Verletzungen zu beenden.

Zeitpunkt der Risikoanalyse

Gemäß § 5 Abs. 4 LkSG ist die Risikoanalyse einmal jährlich sowie anlassbezogen durchzuführen.

  • Anlassbezogen bedeutet vor allem: Ereignisse, die die Risikolage in der Lieferkette wesentlich verändern oder erweitern – zum Beispiel neue Produkte, Projekte oder Geschäftsfelder – oder ein begründeter Verdacht auf eine Verletzung.

  • Die Aufnahme eines neuen Lieferanten im Kerngeschäft löst in der Regel keine anlassbezogene Risikoanalyse aus.

Ablauf in der Tacto App

Die Risikoanalyse läuft in zwei Stufen und wird für jeden Lieferanten einzeln durchgeführt:

  1. Abstrakte Risikoanalyse: Alle unmittelbaren Lieferanten werden automatisch anhand von Standort (Land) und Branche bewertet.

  2. Konkrete Risikoanalyse: Lieferanten mit mittlerem oder hohem Risiko werden genauer analysiert.

Aus den gewichteten Risiken ergibt sich der ESG-Score des Lieferanten.

Datengrundlage

Das Risikomodell der Standard-Konfiguration stützt sich auf Empfehlungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Rechtsanwaltskanzlei Taylor Wessing. Für die Länder- und Branchenbewertungen werden quantifizierbare Werte aus folgenden Indizes genutzt:

  • World Justice Index

  • UN Sector Mappings

  • ITUC Global Rights Index

  • AMAP/UNEP: Technical Background Report for the Global Mercury Assessment 2013

  • ILO ILOSTAT Database

  • UNSD Environmental Indicators

  • Sensoneo Global Waste Index

  • Yale Environmental Performance Index (EPI)

  • amfori BSCI

  • CEIP Emissions Database

Abstrakte Risikoanalyse

  • Automatisierter Prozess, der das Risiko aller unmittelbaren Lieferanten anhand von Land und Branche bewertet.

  • Der Score basiert auf den Durchschnittswerten der relevanten Indizes für Länder und Branchen.

  • Jeder Lieferant wird einem Risikostatus zugeordnet: Hoch, Mittel oder Gering.

Konkrete Risikoanalyse

Für Lieferanten mit mittlerem oder hohem Risiko führen Sie die Bewertung „ESG Risikoanalyse – Mitigationsfaktoren & Angemessenheit“ durch:

  • Untersucht werden drei Rechtspositionen: Menschenrechte, Arbeitsrechte und Umweltrechte.

  • Für jede Rechtsposition wird ein eigener Score aus den Länder- und Branchenwerten berechnet. Der konkrete ESG-Score entspricht dem niedrigsten dieser drei Werte.

Mitigationsfaktoren: Liegt der konkrete Score unter 80, werden folgende Zertifikate berücksichtigt:

  • Code of Conduct

  • Sedex/SMETA

  • ISO 9001/IATF 16949

  • ISO 14001

  • ISO 37001

  • ISO 45001

  • amfori BSCI

  • EMAS

  • SA8000

Sie können den Score verbessern. Liegt er danach bei 80 oder höher, ist die Risikoanalyse für den Lieferanten abgeschlossen.

Angemessenheitsbeurteilung: Besteht trotz Mitigationsfaktoren weiterhin ein mittleres oder hohes Risiko, bewerten Sie den Lieferanten je Rechtsposition anhand von:

  • Schwere

  • Eintrittswahrscheinlichkeit

  • Verursachungsbeitrag

  • Einfluss

Je nach Antworten kann sich der Score verbessern oder verschlechtern.

Selbstauskunft: Bleibt der Score unter 80, senden Sie dem Lieferanten eine Selbstauskunft als Abfrage. Nach seiner Antwort führen Sie die Bewertung „ESG Risikoanalyse – Lieferantenselbstauskunft“ durch; die Antworten werden automatisch übernommen.

  • Die Selbstauskunft fragt je Rechtsposition nach Verstößen und nach Maßnahmen zur Risikominimierung.

  • Bejaht ein Lieferant einen Verstoß, wird er automatisch als Hochrisikolieferant eingestuft. Andernfalls fließen seine Antworten gewichtet in den Score ein.

Bleibt nach Mitigationsfaktoren, Angemessenheitsbeurteilung und Selbstauskunft ein mittleres oder hohes Risiko bestehen, leiten Sie Präventions- oder Abhilfemaßnahmen ein.

ESG-Analysefortschritt, ESG-Score und Risikostatus

ESG-Analysefortschritt

  • Bearbeitung abgeschlossen: Alle Rechtspositionen haben einen Score ≥ 80 oder die Bewertung aller Rechtspositionen ist abgeschlossen.

  • Warten auf SSA: Die Bewertung „Mitigationsfaktoren & Angemessenheit“ ist abgeschlossen, die Lieferantenselbstauskunft (SSA) wurde versendet und die Antwort steht noch aus.

  • Risikoanalyse übersprungen: Es wurde begründet, dass keine konkrete Risikoanalyse nötig ist, weil kein Risiko vorliegt.

  • In Bearbeitung: Keine der anderen Bedingungen trifft zu; weitere Schritte stehen noch aus.

ESG-Score

Der ESG-Score reicht von 0 bis 100. 100 Punkte entsprechen dem niedrigsten Risiko, 0 Punkte dem höchsten.

Risikostatus

  • Niedriges Risiko: Score ≥ 80

  • Mittleres Risiko: Score zwischen 60 und 80

  • Hohes Risiko: Score < 60

  • Red Flag: begründeter Verdacht auf eine Rechtsverletzung, anlassbezogene Risikoanalyse oder bekannte Verletzung

  • Unbekannt: Der Risikostatus ist noch nicht bekannt.

Nächste Schritte

  1. Risikoanalyse vorbereiten (inklusive Bereitstellung und Übertragung der Daten)

  2. Ergebnisse auswerten

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