Überblick
So erstellen Sie einen Code of Conduct (Verhaltenskodex) für Lieferanten, welche Themen er abdecken sollte und wie Sie ihn umsetzen. Relevant für Unternehmen im Anwendungsbereich des LkSG sowie für Unternehmen, die von ihren Kunden um entsprechende Nachweise gebeten werden.
Verwandte Themen: Grundsatzerklärung und Menschenrechtsbeauftragter.
Zweck des Code of Conduct
Mit dem Code of Conduct vermitteln Sie Ihre Erwartungen an Ihre Lieferanten. Er stützt sich auf nationale Vorgaben wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und auf internationale Rahmenwerke:
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen
Grundsätze für Kinderrechte und unternehmerisches Handeln
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
Internationale Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)
UN Global Compact
Auf Basis Ihrer Risikoanalyse halten Sie die wichtigsten Erwartungen in einem verbindlichen Dokument fest, dem Ihre Lieferanten zustimmen. Die vertragliche Zusicherung unmittelbarer Lieferanten, Ihre menschenrechts- und umweltbezogenen Erwartungen einzuhalten, ist eine der Präventionsmaßnahmen nach § 6 Abs. 4 LkSG.
Code of Conduct erstellen
Ziel und Zweck definieren: Klären Sie, welche Werte und Verhaltensnormen der Code fördern soll. Das ist die Grundlage für alle weiteren Schritte.
Interessengruppen einbeziehen: Berücksichtigen Sie die Anliegen und Erwartungen wichtiger Interessengruppen wie Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Investoren.
Recherchieren und anpassen: Prüfen Sie bestehende Codes of Conduct vergleichbarer Unternehmen oder Branchen und passen Sie bewährte Ansätze an Ihr Unternehmen an.
Werte und Verhaltensrichtlinien festlegen: Definieren Sie zentrale Werte, z. B. Integrität, Respekt und Nachhaltigkeit.
Klar formulieren: Verwenden Sie eine verständliche Sprache, damit alle Beteiligten die Richtlinien verstehen.
Einführung und Schulung planen: Legen Sie fest, wie Sie den Code einführen, z. B. mit Schulungen, Workshops und interner Kommunikation.
Überwachung und Durchsetzung regeln: Bestimmen Sie, wie Sie die Einhaltung überwachen und welche Konsequenzen bei Verstößen folgen, z. B. über ein Beschwerdeverfahren.
Transparent kommunizieren: Machen Sie den Code öffentlich zugänglich und kommunizieren Sie ihn intern und extern.
Regelmäßig überarbeiten: Prüfen und aktualisieren Sie den Code in festen Abständen.
Feedback einholen: Holen Sie Rückmeldungen von Mitarbeitenden und Interessengruppen ein, um den Code kontinuierlich zu verbessern.
Anforderungen an Lieferanten
Grundlage eines langfristig umsetzbaren Code of Conduct ist die Risikoanalyse, in der Sie die Menschenrechts- und Umweltrisiken in Ihren Lieferketten erkennen. Lieferanten, die den Code unterzeichnen, verpflichten sich, die Anforderungen in allen geschäftlichen Tätigkeiten einzuhalten.
Menschenrechte – der Code sollte insbesondere folgende Risiken adressieren:
Kinderarbeit
Zwangsarbeit und alle Formen der Sklaverei
Missachtung von Arbeitsschutz und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
Missachtung der Koalitionsfreiheit, der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Kollektivverhandlungen
Ungleichbehandlung in der Beschäftigung
Vorenthalten eines angemessenen Lohns
Widerrechtliche Zwangsräumung und Landentzug
Schädliche Verunreinigung von Boden, Wasser und Luft
Einsatz von Sicherheitskräften unter Missachtung der Menschenrechte
Korruption und Bestechung
Umweltschutz:
Umgang mit Abfällen und gefährlichen Stoffen, z. B. Quecksilber
Verbrauch von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen
Energieverbrauch
Umsetzung des Code of Conduct
Der Code of Conduct verbindet die Nachhaltigkeitsziele Ihres Unternehmens mit dem erwarteten Verhalten Ihrer Lieferanten.
In der Regel richtet sich der Code an unmittelbare Lieferanten.
Sie können von diesen verlangen, dass auch ihre Unterauftragnehmer den Code einhalten und über die Umsetzung berichten.
Welche Anforderungen Sie stellen und wie umfangreich die Maßnahmen sind, hängt von Unternehmensgröße, Art und Umfang der Geschäftstätigkeit und vor allem vom Ergebnis der Risikoanalyse ab.
Nächste Schritte
Unternehmen ohne Code of Conduct
Gehen Sie schrittweise vor: Legen Sie zuerst Werte, Verhaltensnormen und Verantwortliche (z. B. eine Menschenrechtsbeauftragte oder einen Menschenrechtsbeauftragten) fest und verbessern Sie den Code und seine Umsetzung danach kontinuierlich.
Unternehmen mit Code of Conduct
Prüfen Sie den Code regelmäßig auf Aktualität und passen Sie ihn an, wenn sich rechtliche Vorgaben ändern – etwa durch die Änderung des LkSG oder die Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) in deutsches Recht.
