In Kostenmodellen bilden Sie den Preis eines Artikels aus einzelnen Kostenfaktoren nach und koppeln diese an Indizes. So argumentieren Sie Preisbestandteile Ihrer Lieferanten datengestützt.
Kostenmodell erstellen
Geeignete Artikel: Besonders Artikel mit großem Bestellvolumen, häufigen Preisänderungen, aufwendigen Lieferverhandlungen oder strategischer Bedeutung. Die benötigten Indizes müssen in Tacto verfügbar sein.
Öffnen Sie in der Seitennavigation Artikel und wählen Sie einen Artikel aus. In der Spalte Kostenmodell sehen Sie, für welche Artikel bereits ein Modell existiert.
Öffnen Sie im Artikel den Reiter Kostenentwicklung und dort Konfiguration.
Referenzdatum wählen – gute Praxis ist das Datum der letzten Preisverhandlung.
Zielpreis festlegen – manuell oder automatisch aus Rechnungswerten. Bei Bedarf über Rechnungseinheit anpassen auf die Verhandlungseinheit umrechnen (z. B. €/kg → €/t, Umrechnungsfaktor 1000).
Kostenfaktoren definieren – der Preis ergibt sich als Summe der Faktoren. Der Offene Betrag zeigt, wie viel des Artikelpreises noch nicht modelliert ist.
Kostenfaktoren sind dynamisch (mit Index verbunden, Wert ändert sich über die Zeit) oder konstant. Den Wert geben Sie absolut (verwendete Menge) oder relativ (Anteil vom Artikelpreis) an.
Die Ergebnisse sehen Sie in den Reitern Marktentwicklung, Modellierter Preis und Potentialanalyse.
Einen Index als Kostenfaktor hinzufügen
Öffnen Sie im Kostenmodell oder im Verhandlungscockpit die Kostenfaktor-Suche.
Suchen Sie den Index (Werkstoff, Materialgruppe oder Quelle) – bei Bedarf gefiltert nach Land oder eigenen Datenquellen – und fügen Sie ihn hinzu.
Gewichten Sie den Kostenfaktor im Kostenmodell entsprechend dem Materialanteil des Artikels.
Eigene Indizes hochladen
Für Daten, die nicht in der Standard-Bibliothek enthalten sind (z. B. spezifische Werkstoffgüten oder regionale Arbeitskosten), können Sie eigene Indizes hinterlegen.
Öffnen Sie Einstellungen > Tools > Datenquellen.
Klicken Sie auf Index hinzufügen und wählen Sie Name, Währung, Einheit und Art des Index (Zeitreihe oder Konstante).
Klicken Sie auf Index erstellen und laden Sie Ihre Indexdatei hoch – achten Sie auf korrekt formatierte Datums- und Wertspalten.
Berechtigungen: Eigene Indizes anlegen und verwalten können Admins und Key User; alle anderen Nutzer können sie einsehen.
Einschränkung: Eigene Indizes werden nicht automatisch zugeordnet – wählen Sie sie manuell über den Filter Eigene Datenquellen aus.
Verfügbare Standard-Indizes
Erzeugerpreisindizes (DESTATIS): Branchen- und Produktpreisindizes (u. a. für Metalle, Kunststoffe und Chemikalien) sowie Importpreise für Deutschland.
NE-Metalle (LME): Börsenpreise für Nichteisenmetalle, täglich.
Stahl (LME / Platts, LME / Argus): Schrott, Betonstahl, Warmband (HRC), regional, monatlich in USD/t.
Edelstahl (Outokumpu): Legierungszuschläge für gängige Werkstoffe (z. B. 1.4301, 1.4404, 1.4571), monatlich in EUR/t. Der Legierungszuschlag bildet nur den volatilen Teil ab; Grundpreis + Zuschlag ergeben den Gesamtpreis.
Holz (HPE Holzpreisindex): Paletten-/Verpackungsholz, Sperrholz, OSB, monatlich.
Legierungen (Tacto / LME): Automatenmessing (MS58), Warmpressmessing (MS58), Kaltumformmessing (MS63), Rotguss (Rg5), Phosphorbronze (CuSn8) – täglich aus LME-Elementpreisen, gewichtet nach Zusammensetzung. Bildet nur den Metallgehalt ab.
SMM (Shanghai Metal Market): Aluminium P1020A Spotprämie Rotterdam (wöchentlich), Kobalt Rotterdam, elektrolytisches Mangan, Magnesium 9990 CIF Niederlande (täglich), APT/Wolfram CIF Rotterdam (wöchentlich). Werte in USD, kurze Historie.
LBMA Gold & Silber: für an Edelmetalle gekoppelte Preisbestandteile.
Energie: Strompreise je Land (Ember) und Day-Ahead-Strompreise je Gebotszone (ENTSO-E), Gaspreise für Nordwest-, Südeuropa und die EU (ACER), Rohöl Brent (LSEG / Refinitiv).
Arbeitskosten: Arbeitskostenindizes europäischer Länder (Eurostat) sowie der Schweizer Lohnindex (BFS, jährlich).
China (NBS): Erzeuger- und Einkaufspreisindizes sowie die durchschnittliche Lohnentwicklung.
